Glossar


Einfach erläutern. Klar verstehen.


Neben den Umweltzeichen und Produktdeklarationen gibt es noch weitere Fachbegriffe, Abkürzungen und Kennzeichnungen im Zusammenhang mit Nachhaltigem Bauen und Bauprodukten. Auch diese haben den Zweck, die Umweltverträglichkeit oder die Nachhaltigkeit gewisser Produkte oder Materialien klar und deutlich zu dokumentieren. Die Definitionen stellen wir hier für Sie bereit.




AgBB - Ausschuss zur gesundheitlichen Bewertung von Bauprodukten


Bauprodukte können eine bedeutsame Quelle für die Belastung der Innenraumluft durch flüchtige organische Verbindungen (VOC) darstellen. Um die Grundlage für eine einheitliche und nachvollziehbare gesundheitliche Bewertung von Bauprodukten in Deutschland bereitzustellen, hat der "Ausschuss zur gesundheitlichen Bewertung von Bauprodukten" (AgBB) Prüfkriterien erarbeitet und daraus ein Bewertungsschema für VOC-Emissionen aus innenraumrelevanten Bauprodukten entwickelt. Das Bewertungsschema setzt gesundheitsbezogene Qualitätsmaßstäbe für die zukünftige Herstellung von Bauprodukten für den Innenraum und soll die Entwicklung besonders emissionsarmer Produkte unterstützen.


Akustischer Komfort


Die Verbreitung des Schalls beruht auf Schwingungen der Luft oder von Festkörpern (zum Beispiel von Wänden oder Möbeln im Raum). Belastungen durch Lärm können schon bei niedrigem Schalldruckpegel auftreten und den Schlaf, die Erholung und vor allem die Leistungsfähigkeit stören. Um dies zu vermeiden muss die raumakustische Qualität sichergestellt werden. Eingesetzte Bauprodukte können durch Ihren Absorptionsgrad den akustischen Komfort beeinflussen.


Anpassungsfähigkeit der technischen Systeme


Technische Systeme sind diejenigen Komponenten, welche dem schnellsten Wandel unterworfen sind. Auf der anderen Seite üben sie wesentlichen Einfluss auf die Funktionstüchtigkeit eines Gebäudes aus. In Verbindung mit der Nachhaltigkeit eines Gebäudes, kommt vor allem der Anpassungsfähigkeit eine tragende Rolle zu. Hierdurch kann auf die Nutzerakzeptanz, Lebensdauer und Betriebskosten Einfluss genommen werden. Daher sollte dieser Sachverhalt bereits in der Planungsphase mitberücksichtigt werden.


Baustelle/Bauprozess


Während der Bauausführung und verschiedenen Bauprozessen kommt es zu unmittelbaren Auswirkungen auf die Umwelt: Es wird Abfall, Lärm und Staub verursacht. Zudem kann der Boden und das Grundwasser verunreinigt werden. Dies gilt es durch geeignete Maßnahmen zu minimieren. Durch die Auswahl von zielgerichteten Produktlösungen lässt sich die Enstehung von Abfall, Lärm und Staub verringern.


Brandschutz


Ein Gebäudebrand setzt Schadstoffemissionen frei und gefährdet vor allem Leib und Leben der im Gebäude befindlichen Personen. Daher sollte die Ausbreitung von Feuer und Rauch vermieden und eine optimale Zugänglichkeit zur Rettung der Gebäudenutzer und zur Durchführung der Rettungsarbeiten sichergestellt werden. Infolgedessen sind bei der Planung unter nachhaltigen Gesichtspunkten entsprechende bauliche und technische Maßnahmen für den Brandschutz mit einzubeziehen. Im Rahmen des Brandschutzkonzeptes kommt Bauprodukten und ihren spezifischen Eigenschaften in Bezug auf das Brandverhalten oder die Feuerwiderstandsklasse eine zentrale Rolle zu.


EMICODE


Der EMICODE ist ein von der „Gemeinschaft Emissonskontrollierte Verlegewerkstoffe, Klebstoffe und Bauprodukte e.V.“ (GEV) ins Leben gerufenes Kennzeichnungssystem. Es klassifiziert z.B. Grundierungen, Spachtelmassen und Klebstoffe anhand ihres Emissionsverhaltens, also der Belastung der Raumluftqualität, in drei Emissionsklassen:

- EMICODE EC 1 Plus - sehr emissionsarm
- EMICODE EC 1 - sehr emissionsarm
- EMICODE EC 2 - emissionsarm


EPD - Environmental Product Declaration


Eine EPD ("Environmental Product Declaration") ist eine Produktdeklaration vom Typ III. Diese ermöglicht den transparenten Vergleich der Umweltauswirkungen einzelner Produkte bzw. Baustoffe. Dadurch ist es möglich, die Bauprodukte mit den geringsten Umweltauswirkungen zu identifizieren. Neben der Ausweisung von Grundstoffen und deren Herkunft, enthält die EPD ebenfalls Informationen über den Herstellungsprozess des Produkts. Hierbei werden der Ressourcen- und Energieverbrauch berücksichtigt. Zudem betrachtet die EPD Umweltverträglichkeit, Toxikologie,  Lebensdauer und liefert bauphysikalische sowie technische Nachweise oder Prüfungen.
Die Grundregeln für die Erstellung von EPDs werden in der DIN EN 15804:2011-05 definiert. Diese wurde in Übereinstimmung mit ISO 14025 erarbeitet.


FSC - Forest Stewardship Council


Holz ist ein nachwachsender Rohstoff. Daher kommt der Forstwirtschaft eine wichtige Bedeutung im Nachhaltigkeitsbereich zu. Allerdings nur, wenn sie verantwortungsvoll betrieben wird. Der FSC (Forest Stewardship Council) ist eine gemeinnützige Organisation, die es sich zum Ziel gesetzt hat, die nachhaltige Entwicklung der Wälder gezielt zu fördern. Dazu wurden 10 Prinzipien und 56 Kriterien für eine gute Forstwirtschaft definiert. Dies betrifft nicht nur die Bewirtschaftung der Wälder, sondern auch die gesamte Verarbeitungs- und Handelskette vom Wald bis zum Endverbraucher. Nur wenn dieser lückenlos zertifiziert werden kann, darf das Endprodukt mit dem FSC-Siegel gekennzeichnet werden.


GISCODE


Der GISCODE ist ein Gefahrstoff-Informationssystem der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft. Es basiert auf der Tatsache dass viele Baustoffe und -produkte eine vergleichbare Gesundheitsgefährdung aufweisen. Demzufolge können diese in Gruppen gegliedert werden, für die identische Schutzmaßnahmen und Verhaltensregeln gelten. So wird die Vielzahl chemischer Produkte auf wenige Produktgruppen reduziert. Diese umfassen Vorstriche, Bodenbelag- und Parkettklebstoffe, Epoxidharze und zementhaltige Produkte. Der GISCODE besteht aus einer Buchstaben-/Zahlenkombination, die die Hersteller auf ihren Gebinden, Sicherheitsdatenblättern, Technischen Merkblättern und Preislisten anbringen. So kann das Produkt eindeutig einer Produktgruppe zugeordnet werden. Die detaillierten Gefahrstoff-Informationen sind unter www.wingis-online.de abrufbar.


GUT-Siegel


Das GUT-Signet wurde von der "Gemeinschaft umweltfreundlicher Teppichböden e.V." (GUT) entwickelt. Dieses Siegel zeichnet schadstoffgeprüfte und umweltfreundlich hergestellte Teppichböden aus. Die Einhaltung bestimmter Kriterien - wie des Verbotes von Flammschutzmitteln, Azo Farbstoffen und allergisierenden und schwermetallhaltigen Farbstoffen - wird hierbei von einem unabhängigen Prüfinstitut sichergestellt. Werden die Kriterien erfüllt erhält der Teppich das GUT-Siegel mit einer spezifischen Prüfnummer. Dies bescheinigt dem Verbraucher die Umweltverträglichkeit des Produktionsverfahrens sowie minimale Emissionen und Gerüche bei neuen textilen Bodenbelägen. Darüber hinaus garantiert das Siegel die Wiederverwertung von Altteppichen und Produktionsabfällen durch den Hersteller und stellt sicher, dass keine gesundheitsgefährdenden Substanzen im Produkt enthalten sind.


Lebenszykluskosten


Der herkömmlichen Planungs- und Bauablauf fokussiert sich in erster Linie auf die Herstellungskosten. Gebäude verursachen jedoch über ihren gesamten Lebenszyklus – von deren Errichtung, über die Nutzung bis hin zum Abriss – hohe Kosten. Daher müssen im Sinne der Wirtschaftlichkeit auch die Folgekosten berücksichtigt werden. Die eingesetzten Bauprodukte haben wesentlichen Einfluss auf die Inspektions- und Wartungskosten bzw. den Reinigungsaufwand.


Nachhaltige Ressourcenverwendung/Holz


Die dramatische Abholzung und Zerstörung borealer Nadelwälder sowie tropischer und subtropischer Regenwälder hat fatale Auswirkungen auf unser Ökosystem. Durch die Förderung der Verwendung von Holz und Holzwerkstoffen aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern kann dem entgegengewirkt werden. Als Mindestanforderung gemäß dem DGNB System gilt, dass tropische, subtropische und boreale Hölzer nur dann verwendet werden dürfen, wenn vom Lieferanten „die geregelte, nachhaltige Bewirtschaftung des Herkunftsforstes“ nachgewiesen wird. Dies gilt sowohl für das Bauwerk selbst, als auch für den Bauprozess. Als Nachweis werden ausschließlich Zertifikate anerkannt, die von einer durch den "Forest Stewardship Council" (FSC) akkreditierten Zertifizierungsgesellschaft oder von einer durch das "Program for Endorsement of Forest Certification Schemes" (PEFC) nachprüfbar ausgestellt worden sind. Dazu müssen sowohl das Herkunftsland als auch die Holzart durch den Lieferanten zusätzlich deklariert werden. Ein FSC-Zertifikat gilt nur in Verbindung mit dem zugehörigen FSC-Handelszertifikat „chain of custody“(CoC).


Ökobilanz


Die Ökobilanz (Life Cycle Assessment = LCA) ist eine Methode, um Umweltaspekte und -wirkungen von Produkten, Gebäuden, Prozessen oder ganzen Quartieren zu analysieren und zu beurteilen. Dabei wird der gesamte Lebensweg – von der Entnahme der Rohstoffe über die Verarbeitung bis zum Endprodukt einschließlich der dabei verursachten Emissionen und Ablagerungen – betrachtet. Im Rahmen des DGNB Systems ist die Ökobilanz des Gesamtgebäudes eines der zentralen Berechnungselemente, deren Ergebnisse in die vielfältigsten Kriterien Einfluss finden.


Ozonbildungspotenzial (POCP)


Das POCP bezeichnet das auf die Masse bezogene Äquivalent schädlicher Spurengase. Diese Spurengase, wie zum Beispiel Stickoxide und Kohlenwasserstoffe, tragen in Verbindung mit UV-Strahlung dazu bei, bodennahes Ozon zu bilden. Diese Verunreinigung der bodennahen Luftschichten durch eine hohe Ozonkonzentration wird auch als Sommersmog bezeichnet. Der Sommersmog greift die Atmungsorgane an und schädigt Pflanzen und Tiere. Die Konzentration von bodennahem Ozon wird regelmäßig durch Luftmessstationen ermittelt und in Belastungskarten festgehalten.


Ozonschichtabbaupotenzial (ODP)


Ozon, das nur in geringer Konzentration in der Atmosphäre vorhanden ist, hat für das Leben auf der Erde eine große Bedeutung. Es ist in der Lage, die kurzwellige UV-Strahlung zu absorbieren und diese richtungsunabhängig mit größerer Wellenlänge wieder abzugeben. Die Ozonschicht schirmt einen großen Teil der UV-A- und UV-B-Strahlung der Sonne von der Erde ab, verhindert eine zu starke Erwärmung der Erdoberfläche und schützt Flora und Fauna. Die Anreicherung von schädlichen halogenierten Kohlenwasserstoffen in der Atmosphäre trägt dazu bei, die Ozonschicht zu zerstören. Zu den Folgen gehören u.a. Tumorbildungen bei Mensch und Tier sowie Störungen der Fotosynthese. Das Ozonschichtabbaupotenzial wird in [kg R11-Äqu./m2NGFa*a] angegeben; die ODP-Werte beziehen sich auf die Vergleichssubstanz Fluorchlorkohlenwasserstoff CFC-11. Alle Stoffe mit Werten unter 1 wirken weniger ozonabbauend, Werte über 1 stärker ozonabbauend als CFC-11 (oder auch R11 genannt; chemische Formel CCl3F).


PEFC - Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes


Das PEFC (Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes) ist die größte Institution im Bereich der Waldzertifizierung. Es hat sich zum Ziel gesetzt, die nachhaltige Bewirtschaftung von Wäldern zu überprüfen und zu fördern. Durch unabhängige akkreditierte Zertifizierungsstellen werden nicht nur Waldflächen, sondern auch die beteiligten Unternehmen in der Holzverarbeitung zertifiziert. Das PEFC-Siegel sagt aus, dass die komplette Produktherstellung, vom Rohstoff bis zum Endprodukt, nachhaltig betrieben wird.


RAL Gütezeichen


Hinter RAL UZ verbirgt sich das weltweit bekannte Umweltzeichen "der Blaue Engel". Es wird genutzt um Produkte aller Art auszuzeichnen, die umweltverträglicher, gebrauchstauglicher und gesundheitsschonender sind als vergleichbare Produkte derselben Kategorie. Erfüllt ein Produkt nach Ansicht der unabhängigen Jury diese Kriterien erhält es den Blauen Engel in einer der 4 Schutzzielkategorien. Diese werden als Zusatz auf dem Siegel vermerkt und lauten "schützt die Umwelt", "schützt das Klima", "schützt das Wasser" und "schützt die Ressourcen". Die Nummer hinter der "RAL-UZ"-Kennzeichnung bezeichnet die jeweilige Produktgruppe. Derzeit werden Produkte in 90 Produktgruppen ausgezeichnet. Nähere Informationen sind unter www.blauer-engel.de erhältlich.


Reinigungs- und Instandhaltungsfreundlichkeit des Baukörpers


Eine optimierte Instandhaltung und Reinigung von Bauprodukten sind zwei wesentliche Voraussetzungen um die Lebensdauer von Bauteilen- und Produkten zu maximieren.
Durch den Einsatz von leicht zu reinigenden Produkten kann der Reinigungsaufwand für das Gesamtgebäude reduziert werden. Die daraus resultierende Reduktion der Reinigungskosten führt zu niedrigeren Nutzungskosten. Zusätzlich werden die Umwelteinwirkungen während der Nutzungsphase verringert.


Risiken für die lokale Umwelt


Bestimmte Stoffe, Bauprodukte und Zubereitungen stellen eine Gefahr für Boden, Luft, Grund- und Oberflächenwasser sowie die Gesundheit von Mensch, Flora und Fauna dar. Um Risiken für Mensch und lokale Umwelt zu minimieren, müssen Werkstoffe, (Bau-) Produkte sowie Zubereitungen reduziert, vermieden oder substituiert werden, die aufgrund ihrer stofflichen Eigenschaften oder Rezepturbestandteile Grundwasser, Oberflächenwasser, Boden oder Luft gefährden. Besonders die Werkstoffe, (Bau-) Produkte sowie Zubereitungen sind zu reduzieren, zu vermeiden oder zu substituieren, die die Gesundheit von Mensch, Flora und Fauna beeinträchtigen bzw. kurz-, mittel- und / oder langfristig schädigen. Dies betrifft deren gesamten Lebenszyklus - von der Herstellung, der Verarbeitung auf der Baustelle, der Nutzung im (Gebäude-) Bestand sowie ihrer Beseitigung (Rückbau, Recycling, Deponierung). Um diese Risiken zu mindern, sollten diese Stoffe nicht oder möglichst wenig eingesetzt werden. Dazu braucht es Transparenz im Produktauswahlprozess.
Die risikoreichen Material- und Stoffgruppen werden im DGNB Zertifizierungssystem einzeln und produktbezogen abgefragt. Berücksichtigt werden Halogene, Schwermetalle, organische Lösungsmittel, Stoffe und Produkte, die unter die Biozid-Richtlinie und die REACH-Richtlinie fallen.


Rückbaubarkeit, Recyclingfreundlichkeit, Demontagefreundlichkeit


Der Bausektor zählt zu den größten Verursachern von Stoffströmen in Deutschland. 50% des Abfallaufkommens lässt sich der Branche zuordnen. Um diesen Wert zu reduzieren, ist die richtige Wahl von optimalen Bauprodukten für ihren jeweiligen Einsatz und Einsatzort maßgeblich. Hierbei ist insbesondere das Zusammenspiel des Produkts mit den entsprechenden Befestigungsmaterialen oder Technologien zu beachten und entsprechend bei der Planung zu berücksichtigen.


Schaffung von Voraussetzungen für eine optimale Nutzung und Bewirtschaftung


Die Praxis hat gezeigt, dass sich ein Gebäude unter bestimmten Voraussetzungen besser nutzen und bewirtschaften lässt. Hierzu trägt eine detaillierte Objektdokumentation zur Prozessvereinfachung während des gesamten Lebenszyklus bei. Die Erstellung von Wartungs-, Inspektions-, Betriebs- und Pflegeanleitungen schafft die Voraussetzungen für eine lange Lebensdauer. Zudem werden mit zunehmender Komplexität und Technisierung der Gebäude, eine Dokumentation und passende Handlungsempfehlungen immer wichtiger, um eine optimale Nutzung des Gebäudes zu gewährleisten. Die im Navigator bereitgestellten Informationen lassen sich zielgerichtet für die Erstellung von Nutzer- oder Mieterhandbüchern sowie weitere Leitfäden einsetzen.


Schallschutz


Lärmemissionen sind in der heutigen Zeit ein wesentlicher Störfaktor. Aus diesem Grund gibt es einen Mindestschallschutz. Dieser bezieht allerdings nur die unzumutbaren Belästigungen ein. Maßnahmen, die den Schallschutz in nachhaltigen Gebäuden betreffen, sind nicht enthalten. Dazu gehört die Vermeidung von Konzentrationsverlusten, die Wahrung des Vertraulichkeitsschutzes und die Berücksichtigung von Personen mit eingeschränktem Hörvermögen. Der Schallschutz soll für die jeweilige Situation den optimalen Lärmpegel ermöglichen. Je nach Oktavband (Maßeinheit für Schallschutz) der verbauten Produkte kann dieser Aspekt beeinflusst werden.


Sicherheit und Störfallrisiken


Die Bewegungsfreiheit und das Behaglichkeitsempfinden einer Person können maßgeblich durch Unsicherheit und Angstgefühle beeinflusst werden. Es ist daher von Nutzen, bei der Planung eines Gebäudes auch Maßnahmen mit einzubeziehen, die zur Steigerung des subjektiven Sicherheitsgefühls der Nutzer beitragen. Daneben sollten ebenfalls Maßnahmen ergriffen werden, welche die Vermeidung und Verminderung von Schäden beim Auftreten von tatsächlichen Störfällen sicherstellen.
Auch die objektive Sicherheit im Falle von Unfällen oder Katastrophen wird im DGNB-System bewertet. Hierbei kann das Brandgasrisiko entscheidend durch Bauprodukte beeinflusst werden.


Treibhauspotenzial (GWP)


Die Anreicherung von Treibhausgasen in der Atmosphäre führt zur Erwärmung der bodennahen Luftschichten (Treibhauseffekt). Das Treibhauspotenzial eines Stoffes wird stets im Vergleich zum Treibhauspotenzial von Kohlendioxid (CO2) angegeben, das heißt, treibhauswirksame Emissionen werden als Kohlendioxid-(CO2)-Äquivalente ausgedrückt. Da die Treibhausgase unterschiedlich lange in der Atmosphäre verweilen, muss der GWP-Wert auf einen Zeitraum bezogen werden. Für die Charakterisierung der Beiträge zum GWP wird ein Zeitraum von 100 Jahren zugrunde gelegt. Des Weiteren wird über Wirkungsfaktoren beschrieben, in welchem Ausmaß verschiedene Stoffe zum Treibhauspotenzial beitragen. Über den Zeitraum von 100 Jahren betrachtet hat Methan bei gleicher Masse bspw. den 25-fachen Wirkungsfaktor im Vergleich zu CO2. Damit beträgt das CO2-Äquivalent von Methan 25.Das bedeutet, Methan trägt bei gleicher Masse 25-mal mehr zum Treibhauseffekt bei als CO2 (mit dem GWP-Wert von 1).


Trinkwasserbedarf und Abwasseraufkommen


Die flächendeckende Trinkwasserversorgung gilt als eine der bedeutendsten Herausforderungen der Zukunft. Jeder Mensch benötigt zum Überleben ca. 2-3 Liter Trinkwasser am Tag, in Deutschland liegt der Verbrauch jedoch bei rund 130 Liter pro Person. Diese Menge muss dem natürlichen Wasserkreislauf entnommen, aufbereitet, genutzt und wieder geklärt werden. Der Großteil des Wassers wird für Körperhygiene, Reinigung und den Toilettengang verwendet. Daher können Trinkwasserbedarf und Abwasseraufkommen durch gezielte Maßnahmen wie der Nutzung wassersparender Armaturen oder der Verwendung von Grau- bzw. Regenwasser für die Toilettenspülung auch unabhängig vom Verhalten der Nutzer stark reduziert werden. Auch Störungen des natürlichen Wasserkreislaufs wird so entgegengewirkt. Hier kommt der Gebäudeplanung und dem Einsatz der entsprechenden Produkte eine zentrale Rolle zu.


Typ I: Zertifizierte Umweltzeichen und Ökolabels


Zertifizierte Umweltzeichen vom Typ I treffen eine Aussage über die höhere Umweltleistung bei gleicher Qualität. Die Eigenschaften selbst brauchen dabei nicht deklariert zu werden. Derart ausgezeichnete Produkte halten verschiedene Umweltkriterien ein, die sie von anderen Produkten vergleichbarer Leistung positiv abhebt. Diese Kriterien müssen von Dritten entwickelt worden sein. Die Zertifizierung wird dabei von einer unabhängigen Stelle übernommen. Das bekannteste deutsche Umweltzeichen dieser Kategorie ist der Blaue Engel.


Typ II: Selbstdeklarationen


Umweltdeklarationen vom Typ II werden von Herstellern oder vom Handel in eigener Regie und Verantwortung entwickelt. Sie dienen dazu, einzelne Umweltaspekte ihrer Produkte hervorzuheben. Deshalb spricht man hierbei auch von umweltbezogenen Anbietererklärungen. Anders als bei den Deklarationen vom Typ I und Typ III gibt es hier keine Zertifizierung durch externe Dritte. Ein Beispiel ist die Siemens Norm SN 36 350.


Typ III: Produktdeklarationen


Bei Umweltdeklarationen vom Typ III handelt es sich um Produktdeklarationen (EPDs). Diese fassen nach definierten Vorgaben Ökobilanz-Informationen über ein Produkt systematisch und ausführlich – aber ohne Wertung – zusammen. Bei den Informationen handelt es sich um Umweltkennzahlen, zum Beispiel zum Rohstoffverbrauch oder zum Treibhauspotenzial über den gesamten Lebensweg des Produktes, sowie um ergänzende Erläuterungen.


Überdüngungspotenzial (EP)


Überdüngung (Eutrophierung) bezeichnet den Übergang von Gewässern und Böden von einem nährstoffarmen (oligotrophen) in einen nährstoffreichen (eutrophen) Zustand. Sie wird verursacht durch die Zufuhr von Nährstoffen, insbesondere Phosphor- und Stickstoffverbindungen. Diese können bei der Herstellung von Bauprodukten und durch die Auswaschung von Verbrennungsemissionen in die Umwelt gelangen. Steigt die Konzentration von verfügbaren Nährstoffen in Gewässern, nimmt dort auch das Algenwachstum zu. Dies kann u.a. Fischsterben zur Folge haben.


Versauerungspotenzial (AP)


Das Versauerungspotenzial gibt die Auswirkung versauernder Emissionen an; es wird in Schwefeldioxid-(SO2)-Äquivalenten gemessen. Luftschadstoffe wie zum Beispiel Schwefel- und Stickstoffverbindungen reagieren in der Luft mit Wasser zu Schwefel- bzw. Salpetersäure; diese fällt dann als „Saurer Regen“ zur Erde und gelangt so in Boden und Gewässer. Dadurch werden Lebewesen und Gebäude geschädigt. Beispielsweise werden in versauerten Böden Nährstoffe rasch chemisch aufgeschlossen und somit schneller ausgewaschen. Ebenso können im Boden giftige Substanzen entstehen, die die Wurzelsysteme angreifen und den Wasserhaushalt der Pflanzen stören. In der Summe verursachen die vielen einzelnen Wirkungen der Versauerung zwei schwerwiegende Folgen: das Sterben von Wäldern und von Fischen. Saure Niederschläge greifen aber auch Gebäude an. Vor allem der Sandstein an historischen Bauwerken ist davon betroffen.


Visueller Komfort


Der visuelle Komfort am Arbeitsplatz bildet die Grundlage für effizientes Arbeiten und wirkt sich darüber hinaus auf die Gesundheit der Nutzer aus. Die Bereitstellung einer ausgewogenen und störungsfreien Beleuchtung ist daher notwendig. Dabei sollte das Tageslicht so gut wie möglich und blendfrei genutzt werden, um einen niedrigen Energiebedarf zu erreichen und die Betriebskosten zu senken. Durch den Einsatz passender Produkte kann der visuelle Komfort optimiert werden.


VOC


VOC (Volatile Organic Compounds, zu Deutsch: flüchtige organische Verbindungen) ist die Sammelbezeichnung für kohlenstoffhaltige Stoffe, die leicht verdampfen. Diese werden beispielsweise bei der Verdunstung von Lösemittel oder Flüssigbrennstoffen in großen Mengen frei. Sie können aber auch langsam und stetig aus dem Produktinneren an die Produktoberfläche gelangen, wo sie dann an die Luft abgegeben werden. Das führt unter Umständen zu massiven Beeinträchtigungen, die von Geruchsbelästigung bis hin zu gesundheitlichen Schäden reichen. Bauprodukte können die Innenraumluft durch flüchtige organische Verbindungen (VOC) erheblich belasten. Derzeit ist es zwar nicht möglich, die zukünftige VOC-Konzentration in der Innenraumluft bereits während der Planung zu berechnen. Die Auswahl ausgewiesen emissionsarmer Bauprodukte kann aber die Grundlage für Innenräume mit niedrigen Stoffkonzentrationen legen. Solche Produkte sind durch Umweltlabel (z. B. den „Blauen Engel“), durch Produktkennung (z. B. den EMICODE für Verlegewerkstoffe) oder auch durch Zulassungsprüfungen nach den Prüfkriterien des „Ausschusses zur gesundheitlichen Bewertung von Bauprodukten“ (AgBB) zu erkennen. Nach Fertigstellung des Gebäudes ist das positive Ergebnis einer entsprechenden Produktwahl durch Messungen der Raumluftqualität nachzuweisen.


Wärme- und feuchteschutztechnische Qualität der Gebäudehülle


Die Raumtemperatur sowie die Luftfeuchtigkeit haben großen Einfluss auf das Behaglichkeitsempfinden in geschlossenen Räumen. Nur durch eine geeignete Auswahl der verwendeten Materialien für die Fassade und Innenwandverkleidungen, können optimale raumklimatische Bedingungen geschaffen werden. Ein fachgerechter Einbau und abgestimmte Materialkompositionen sind wichtige Voraussetzungen für die Vermeidung von Bauschäden.

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